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25.09.04 Lohn für tolle Aufholjagd bleibt versagt
Der Molsberger Rennfahrer Wolfgang Kaufmann zeigt beim vorletzten Lauf zum FIA-GT-Championat in Oschersleben seine Klasse - Von Rang zwölf auf Platz zwei gefahren. An diesem Wochenende startet der Westerwälder auf einem Renauer-Porsche in Brünn.
OSCHERSLEBEN. Das internationale FIA-GT-Championat erfreut sich steigender Beliebtheit. Beim vorletzten Saison-Rennen der wichtigsten europäischen Langstreckenmeisterschaft in Oschersleben zeigte der Molsberger Wolfgang Kaufmann seine Klasse, doch seine Pechsträhne riss letztlich doch nicht ab.
Mit dem Westerwälder setzte sich das Team des englischen Rennstall-Besitzers Graham Nash prächtig in Szene. Der erste Paukenschlag erfolgte bei der Zeitenjagd für die Startaufstellung. Kaufmanns Teamkollege und Stammpilot Paolo Ruberti stellte den Nash-Saleen S7R auf einen sensationellen dritten Startplatz und ließ acht ehemalige Formel 1-Piloten hinter sich. „Das hat Paolo top hinbekommen", lobte Kaufmann. „Jetzt bin ich mal gespannt, ob wir unsere Position im Rennen halten können."
Der Westerwälder steht unter erheblichem Druck, denn er kann im FIA-GT-Championat in den letzten beiden Jahren keine brauchbaren Ergebnisse vorweisen. Doch im Nash-Saleen zeigte Kaufmann, was er leisten kann. Der ehemalige Formel 3000-Pilot Paolo Ruberti war auch im Rennen gut drauf, hielt seine Position und steuerte als Drittplatzierter die Box an. Doch der Routine-Stopp ging völlig in die Hose. Just bevor Ruberti auftauchte, stoppte in der Nachbarbox der Proton-Porsche.
Dies sorgte für Hektik und Platzmangel beim Nachtanken, da der Nash-Saleen falsch positioniert war, und die Schlauchlänge der Tankanlage nicht ausreichte. „Als ich mein erstes Boxensignal bekam, wurde mir statt Rang drei die zwölfte Position angezeigt", war Kaufmann geschockt. „Somit gab es die Devise maximale Attacke. In meinem einstündigen Stint habe ich mich auf die zweite Position nach vorne gekämpft. Am Ende der Start-Ziel-Geraden habe ich gleich drei Gegner stehen gelassen", kommentierte Kaufmann seine imponierende Aufholjagd.
Das traurige Ende sollte jedoch folgen: Der dritte Pilot Jamie Wall war pro Runde um über fünf Sekunden langsamer als seine Teamkameraden und fiel auf Rang acht zurück. Dann folgte wenige Runden vor Schluss der Totalausfall. Nach Zündaussetzern konnte Wall die zweite Benzinpumpe nicht, aktivieren. „Nicht zu glauben, wieder keine Zielflagge. Ich hoffe jedoch, dass ich im Hinblick auf die nächste Saison eine sehr gute Visitenkarte abgeben konnte", ließ sich Kaufmann nicht entmutigen, obwohl man einen Podestplatz verschenkte, denn der Molsberger lag beim letzten Fahrerwechsel eine halbe Minute vor dem später drittplatzierten Ray Mallock-Saleen. Maserati siegte mit Andrea Bertolini/Mika Salo (I/FIN) vor den neuen Titelträgern Luca Cappellari/Fabrizio GoIlin(I/I)imBMS-Ferrari550 Maranello. Für die italienische Sportwagenschmiede war dies der erste Sieg seit 1967!
Wolfgang Kaufmann bestreitet an diesem Wochenende in Brünn mit einem Renauer-Porsche 996 GT3-RS einen Lauf zur tschechischen Langstreckenmeisterschaft.
EmersonW.Dilcher


