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16.05.04 Die Pannen des Wolfgang Kaufmann

 

Molsberg. Es tut weh. Schon mal etwas von Kimi Räikkönen gehört? Der amtierende Formel 1-Vize-Weltmeister befindet sich im Jammertal der Tränen. In der letzten Saison war der fliegende Finne nach fünf Rennen stolzer WM-Leader und verfügte über satte 32 Punkte! Heute weist sein Punktekonto die üppige Zahl 1 auf. Die einst stolzen Silberpfeile sind zu schlappen Silberpfeilen mutiert. Ach so, ja; es gibt da noch ein interessantes Beispiel für das hochkomplexe Beziehungsgepflecht Mensch und Maschine.


Sein Name ist Wolfgang Kaufmann. Er versucht, seine motorsportlichen Gelüste im FIA-GT-Championat auszuleben. Von Lust kann da allerdings nicht die Rede sein. Drei von elf Wertungsläufen sind bestritten und Kaufmann hat nichts, aber auch gar nichts in der Hand. Beim Saisonauftakt in Monza wurde der Wieth-Ferarri 550 Maranello überhaupt nicht zum Start zugelassen. Eine nicht reglementskonform eingebaute Lenkungseinheit war die Ursache.

Im spanischen Valencia brach zunächst ein Unibalgelenk an einem Radträger der Hinterachse. Nach durchgeführter Reparatur erfolgte der endgültige technische Knockout auf Grund von abgescherten Antriebswellenschrauben. In Magny Cours (Frankreich) sah man zwar mit mehrfachem Rundenrückstand die Zielflagge, doch die Wieth-Truppe hinkte der Konkurrenz gnadenlos hinterher. Man musste sich gar nicht mit den schnellsten Vertretern der leistungsschwächeren NGT-Klasse herumschlagen. Wolfgang Kaufmann, als Teamplayer bekannt, verkniff sich in der Öffentlichkeit jeden Kommentar. Am vergangenen Wochenende bestritt der Westerwälder für das japanische Kaneko-Office-Racing-Team auf einem Porsche 996 GT3-RSR in Monza den Saisonauftakt in der neu ins Leben gerufenen LMES-Langstreckenmeisterschaft, bei der die traditionsreichen 1000-km-Rennen wiederbelebt werden sollen. Möchten sie tatsächlich etwas über den Rennverlauf erfahren? Bereits nach lediglich vier schlappen Runden war Feierabend. Und das bei einem 5-h-Rennen! Ein zentraler Felgenstern war gebrochen. Das Hinterrad verkeilte sich derart unglücklich im Radkasten, dass das Erreichen der Box zunichte gemacht wurde.

Am Wochenende siegte der 4. FIA-GT-Wertungslauf im badischen Hockenheim. Nicht am Start sein wird Wieth-Racing, die ihren einzigen existierenden Ferrari 550 Maranello bei einem zeitgleichen Lauf zur französischen GT-Meisterschaft einsetzen werden. Das heißt aber nicht, dass Kaufmann die Hände tatenlos in den Schoß legen möchte. Vielleicht sehen wir ihn in einem amerikanischen Supersportwagen. (ewd)