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1.10.04 Podiumsplatz für Kaufmann
Rang drei für den Molsberger mit neuem Porsche 996 GT3-RS bei Drei-Stunden-Rennen in Brünn. Mit einem dritten Platz in Brünn endete die Pechsträhne des Rennfahrers Wolfgang Kaufmann.
BRÜNN. Man hält es nicht für möglich. Aber es ist die harte Realität und die nackte Wahrheit. Der Molsberger Rennfahrer Wolfgang Kaufmann in der diesjährigen Motorsport-Saison sowohl im FIA-GT-Championat als auch in der neu ins Leben gerufenen LMES-Langstreckenmeisterhaft aktiv - hat bei insgesamt elf Anläufen erst einmal (!) die schwarz-weiß-karierte Zielflagge zu Gesicht bekommen. Eine Aneinanderreihung von Pleiten, Pech und Pannen, die schon groteske Formen angenommen hatte.
Jüngstes Beispiel war seine Rolle, aber unbelohnte Vorstellung von Oschersleben. Nach einem missglückten Boxenstopp hatte er sich im Graham Nash-Saleen in unwiderstehlicher Manier von der zwölften auf die zweite Position nach vom gefahren. Am Ende stand der Dauerpechvogel wieder mit leeren Händen da. Teamkollege Jamie Wall rollte mit abgestorbenem Motor aus, da er in der Rennhektik nicht in der Lage war, die zweite Benzinpumpe zu aktivieren.
Doch der nicht enden wollende Fluch hat nun sein vorläufiges Ende gefunden. Bei einem Lauf zur nationalen tschechischen Langstreckenmeisterschaft in Brünn fuhr Kaufmanns Einsatzgefährt tatsächlich vom Anfang bis zum Ende! „Ich wollte es zunächst nicht glauben und habe überlegt, ob es sich eventuell um eine Fata Morgana handeln könnte", schmunzelte Wolf gang Kaufmann. „Da hat mir doch irgendein Rennfunktionär die Zielflagge frech vor die Motorhaube gehalten. Und das Schönste war noch, dass ich anschließend mit meinen Teamkollegen Manfred Juracz und Petr Valek als Drittplatzierter aufs Siegerpodest hüpfen durfte."
In dem 37 Fahrzeuge starken Feld gab es laut Kaufmann „acht, neun gute Autos, die den Namen Rennfahrzeug verdient haben. Mein zweiter Startplatz hinter einem Ex-DTM-AMG-CLK-Mercedes mit den späteren tschechischen Siegern Janis/Chrouz ging voll in Ordnung. Diese Position hätten wir eigentlich auch nach Hause fahren müssen. Das Drei-Stunden-Rennen fand am Abend von 18.30 bis 21.30 Uhr statt. Im Dunkeln haben meine beiden Teamkollegen kräftig nach der Ideallinie gesucht und sie leider nicht immer gefunden. So konnten wir Rang zwei nicht halten." Das Team von Sepp, Renauer war dennoch glücklich, denn schließlich hatte man zum ersten Mal einen Porsche 996 GT 3-RS eingesetzt. „Beim ersten Einsatz, aufs Podium, das ist doch okay", gab sich Kaufmann zufrieden.
Schließlich hatte der Westerwälder in 2004 zum zweiten Mal eine Zielankunft erleben dürfen, Es gibt doch gar keine durch Luftspiegelung verursachte Täuschung in Tschechien...
Emerson W. Dilcher


